Die EGH hatte kein Konzept, wollte aber auch nicht – anders als zuvor versprochen – verkaufen. Die konzeptionelle Ausgrenzung findet sich recht gut in folgendem Zitat eines EGH Managers: Die alten Gebäude „passen einfach nicht". Dass es gerade die alten Backstein-Gebäude sind, gleichsam Trittsteine der Erinnerung an die Stadtgeschichte, die oft den Charme moderner Städte ausmachen, war den Managern der EGH nicht nur fremd – im Gegenteil: Durch die inzwischen gute Lage, durch neue Straßen und die verbesserte Anbindung an die Autobahn hätte dem „Denkmal" sogar noch die Abrissbirne drohen können.

Dieses Szenario war auch für das ehemalige Lagerhaus des Bahnbetriebswerks nicht ausgeschlossen, das schon seit vielen Jahren von der Werkstatt e.V. und seit 2014 von der WERKSTATT- Spielraum eG (als Mieter) gemeinsam mit der WERKstattSCHULE e.V. genutzt wird.

Unter dem Druck des ehemals gegebenen Versprechens legte die EGH dann doch ein Verkaufsangebot für das Lagerhaus vor – zu einem unanständig hohen Preis. Der Kauf durch den Werkstatt e.V. sollte vereitelt werden. Die schwache Finanzausstattung des sozialen Projekts für Langzeitarbeitslose war gemeinhin bekannt, der geforderte Kaufpreis von 800.000 Euro für die unsanierte Liegenschaft unerschwinglich.

Aber das Kalkül ging nicht auf: ein Sponsor mit außergewöhnlich großem sozialen Verantwortungsgefühl, half mit einem sehr großen Betrag und machte den Erwerb möglich. Die anstehende Sanierung wird einerseits durch weitere Spenden von Unterstützern und Unterstützerinnen der WERKstattSCHULE e.V. möglich. Andererseits hilft der Verkaufserlös des Zweckunternehmens WERKSTATT- Spielraum eG an den WERKstattSCHULE e.V.

Das einstige Lagerhaus wird nach der Sanierung zu einem Ort der praktischen Bildung und Begegnung werden: WERKstattSCHULE e.V.

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