Auch Häuser, Bau-Werke, können sich wandeln und sogar „Karriere" machen. Wer hätte gedacht, dass sich im ehe­maligen Lager-Backsteinhaus der Bahn ab 1989 DIE WERKSTATT als sozial wirtschaftliches Beschäftigungs­unter­nehmen etablieren würde? Das ehemalige Lagergebäude wurde ab 1992 nicht mehr genutzt. Das nebenan liegende Haupthaus wurde zum Studentenwohnheim und schließlich zu einer Notunterkunft der Stadt Heidelberg. Beide Bauten gehören zusammen mit der ehemaligen Ausbesserungs-Werkstatt zum denkmalgeschützten Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks.

Bis zum Baubeginn der Bahnstadt 2010 lag dieses „Industriedenkmal" in Heidelberg-Wieblingen versteckt zwischen Bahngleisen und Böschungen - kaum sichtbar und den wenigsten bekannt. DIE WERKSTATT war nur über eine löchrige Stichstraße vom Wieblinger Weg aus erreichbar.

Das alte Bahnbetriebswerk könnte und sollte zu einem städtebaulichen Zwischenraum werden: eine Verbindung von moderner Stadt, der Bahnstadt, traditionellem Siedlungsbau und alter Industriekultur - angrenzend an die kleinen Häuser ehemaliger Bahnarbeiter im Stadtviertel Ochsenkopf. Trotz dieser guten Idee wurden die denkmalgeschützten Gebäude bei der Realisierungsplanung der neuen Bahnstadt vergessen. Denk mal. Verliebt in den neuen Stadtteil wurden die alten Gebäude einfach ignoriert. Die alten Gebäude waren oder sind im Besitz der EGH, der jungen Entwicklungsgesellschaft Heidelberg GmbH & Co. KG.

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