Spuren…jeder Mensch hat eine Geschichte, eine ganz persönliche, eine, die ihn zu etwas Besonderem macht, die ihn geprägt hat und motiviert, sein Leben auf eine bestimmte Art und Weise zu leben.


Traces - Eine interkulturelle Begegnung mit dem Fremden und Vertrauten
Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund hinterlassen ihre Spuren

 

Ob wir einen Menschen mögen oder nicht, entscheidet sich in den ersten Sekunden einer Begegnung - aus einem Bauchgefühl heraus, aus reiner Intuition. Doch was passiert, wenn die Gedanken im Spiel sind? Wenn Vorurteile und Schubladen-Denken mitmischen? Wie voreingenommen können wir letztendlich tatsächlich einander begegnen? Und in wieweit wirkt sich unser eingefärbtes Denken auf die gesamte Gesellschaft und letztlich unseren Umgang miteinander aus, egal ob politisch oder sozial? Genau diese Fragestellung greift das interkulturelle Projekt Traces auf.

Das passiert bei Traces:
Was heißt das konkret? In Workshops aus den Bereichen Musik, Film, Literatur, Fotografie, Kunsthandwerk, Theater und bildender Kunst erzählen Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ihre Geschichten, hinterlassen ihre Spuren auf kreative und ganz individuelle Weise. Begleitet werden sie dabei von Künstlern und Wissenschaftlern. So bekommen sie die Chance, einander zu begegnen und die eigenen Vorstellungen voneinander zu hinterfragen und setzen somit ein gemeinsames Zeichen, erschaffen ein Gesamtkunstwerk.

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Traces verfolgt zwei Ziele:
Das interkulturelle Projekt verfolgt zwei Ziele. Zum einen geht es um Begegnungen. Begegnungen zwischen Menschen, Begegnungen mit dem Fremden und dem Vertrauten. Begegnungen mit den eigenen Vorurteilen, Ängsten und Bedenken. Zum anderen will Traces die Menschen dazu auffordern, in dieser Begegnung ein neues Bewusstsein für den Anderen, für das Fremde im interkulturellen zwischenmenschlichen Miteinander zu entwickeln.

Seien wir einmal ehrlich: Wie wertfrei können wir wirklich mit Menschen und Themen umgehen, die uns fremd sind? Mit Dingen, die nicht unbedingt in unserer vertrauten Alltagswelt ihren Platz haben? So gerne wir uns auch als tolerant und offen geben mögen: Letztlich keimt in unserem Inneren doch immer ein gewisses Maß an Zögern, an Vorsicht, an Zurückhaltung. Und das ist nur allzu menschlich!

Traces will mit genau diesen Vorbehalten offen umgehen und die Chance geben, hinter unsere natürliche Hemmschwelle zu schauen. Das Thema Kunst bietet dabei den perfekten offenen und unvoreingenommenen Raum für die Begegnungen und den Austausch. Dabei gilt es, das Thema “Deine Spur” in künstlerische Werke zu übersetzen. Die Jugendlichen bringen ihre persönlichen Erlebnisse zum Ausdruck und können in den verschiedenen Kunstworkshops ihre Spuren hinterlassen.

Die Begegnung zwischen den Menschen, zwischen dem Vertrauten und dem Fremden, finden in eben diesen Workshops statt - zwischen den Jugendlichen und ihren Werken - und am Ende in der Betrachtung der Arbeiten, im Austausch zwischen Publikum und Kunstwerken.
Vielleicht gelingt es durch diese direkte und unvermeidliche zwischenmenschliche Begegnung innerhalb der Kunstworkshops und in der Begegnung zwischen den Kunstwerken und dem Publikum ja, am Ende unsere eingefärbte Brille abzunehmen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, den berüchtigten Blick über den Tellerrand zu wagen. Vielleicht gehen wir aus diesem Kunstprojekt heraus mit einer etwas anderen Wahrnehmung der Welt, des Fremden und unserer selbst.

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Der Appell für mehr Vernunft - Das wissenschaftliche Fundament:
Die künstlerischen Werke der Jugendlichen entstehen außerdem mit dem Ziel, in Zukunft Geschichte zu sein und Geschichten zu erzählen.
Alle Arbeiten, welche die Jugendlichen im Rahmen von Traces entwickeln, werden in Zukunft historische Dokumente sein, in zukünftigen historischen Untersuchungen werden sie als Studienobjekte und historische Quellen zu den behandelten Themen dienen. Durch dieses wissenschaftliche Fundament soll ein Appell für mehr Vernunft entstehen, für eine neue Herangehensweise in der politischen und sozialen Auseinandersetzung mit den Themen, die unsere Welt bedingen. Eine wissenschaftliche Arbeit (mehr Informationen auf traces-hd.de) dient hierbei als Quelle.

Die Werke der Jugendlichen entstehen von Ende Mai bis Ende Juli in Heidelberg. Veranstaltet wird das Projekt von der WERKstattSCHULE e.V Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Zentrum (IZ) Heidelberg, dem Asylarbeitskreis Heidelberg sowie der Popakademie Mannheim.
Verschiedene Künstler beziehen ihre eigenen Werke zu diesem Thema in Ausstellungen und Filmvorführungen in Heidelberg in den Dialog mit ein.
Am 24. Juli 2016 fand im Interkulturellen Zentrum Heidelberg die Inszenierung aller Geschichten im öffentlichen Raum statt.

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